Akkorde

Der maj7-Akkord, in jeder Tonart

Der Major-7-Akkord ist der Akkord, zu dem der Jazz heimkehrt. Diese Seite versammelt jedes Drop-2-Griffbild davon – zwölf Griffe auf drei Saitengruppen, jeder zum Anhören – und benennt und greift sie alle neu für den Grundton, den du wählst.

Vier Töne, ein ruhiger Klang

Ein maj7-Akkord ist ein Durdreiklang mit der großen Septime obendrauf: C, E, G und H – die Akkordtöne 1, 3, 5 und 7. Diese Septime liegt einen Halbton unter dem Grundton in der Oktave, und genau diese Nähe ist der Klang: keine Spannung, die nach Bewegung verlangt, sondern ein Schimmer auf einem Akkord, der schon angekommen ist. Dieselbe Akkordart siehst du als maj7, M7 oder Δ geschrieben; alle meinen diese vier Töne.

Zwei der vier führen das Wort: Die Terz macht ihn zum Durakkord, die Septime zum maj7. Diese beiden sind die Guide Tones; der Grundton gibt dem Akkord den Namen, die Quinte füllt ihn auf. Behalte diese Arbeitsteilung unten im Kopf – in jedem Diagramm sind die Töne, denen es sich zu folgen lohnt, die Terz und die Septime.

Wähle einen Grundton

Alles darunter folgt dieser Auswahl. Wähle einen Grundton, und die Diagramme rücken auf die nächstgelegenen spielbaren Bünde, die Tonnamen werden so geschrieben, wie die Tonart es verlangt, und die Links zu den Akkordfolgen ganz unten zeigen auf die passenden Tonarten. Die Reihenfolge ist der Quintenzirkel, wie in der App – ein Feld weiter nach rechts verschiebt alles um eine Quinte nach oben.

Grundton

Auf den hohen vier Saiten

Auf den hohen vier Saiten, 4 bis 1, spielt sich das meiste Comping ab: weg vom Bassregister, schnell in der Ansprache. Diese Saitengruppe verwenden die stimmgeführten Akkordfolgen der Übungsseiten. Jeder Griff hier erstreckt sich höchstens über vier Bünde, und die vier Umkehrungen steigen in der Reihenfolge ihrer obersten Stimme das Griffbrett hinauf – dieselbe Leiter, die die Ansicht „Lernen“ in der App zeigt.

Cmaj7 G oben · 1. Umkehrung
1234G5C1H7E31234
Cmaj7 H oben · 2. Umkehrung
1234H7E3C1G55678
C6 C oben · 3. Umkehrung
1234C1G5E3A678910

Der Grundton oben würde sich mit der großen Septime reiben – deshalb tauscht dieses Griffbild die 7 gegen eine 6, und aus Cmaj7 wird C6.

Cmaj7 E oben · Grundstellung
1234E3H7G5C110111213

Auf den mittleren vier

Eine Saitengruppe tiefer, auf den Saiten 5 bis 2, liegt derselbe Akkord tiefer und runder, immer noch klar genug fürs Comping. Auch hier steigen die vier Umkehrungen das Griffbrett hinauf. Eine von ihnen – die 1. Umkehrung, egal bei welchem Grundton – verlangt eine Spreizung über fünf Bünde, die anderen drei bleiben kompakt.

C6 C oben · 3. Umkehrung
2345C1G5E3A61234

Der Grundton oben würde sich mit der großen Septime reiben – deshalb tauscht dieses Griffbild die 7 gegen eine 6, und aus Cmaj7 wird C6.

Cmaj7 E oben · Grundstellung
2345E3H7G5C13456
Cmaj7 G oben · 1. Umkehrung
2345G5C1H7E356789
Cmaj7 H oben · 2. Umkehrung
2345H7E3C1G59101112

Auf den tiefen vier

Auf den Saiten 6 bis 3 wird das Voicing dunkel. Vier eng beieinanderliegende Stimmen können in dieser Tiefe verschwimmen. Es ist dasselbe Registerproblem, durch das ein Barréakkord über alle sechs Saiten dem Bassisten in die Quere kommt. Deshalb verdienen sich diese Griffe ihren Platz im Solospiel oder dann, wenn sonst niemand die Tiefe hält. Auch hier braucht einer der vier die Spreizung über fünf Bünde.

Cmaj7 H oben · 2. Umkehrung
3456H7E3C1G52345
C6 C oben · 3. Umkehrung
3456C1G5E3A65678

Der Grundton oben würde sich mit der großen Septime reiben – deshalb tauscht dieses Griffbild die 7 gegen eine 6, und aus Cmaj7 wird C6.

Cmaj7 E oben · Grundstellung
3456E3H7G5C1891011
Cmaj7 G oben · 1. Umkehrung
3456G5C1H7E31011121314

Jeder Klang auf dieser Seite ist die gesampelte Gitarre und der gesampelte Bass der Drop2-App – aus der Klangbibliothek MuseScore General, verwendet unter der MIT-Lizenz.

Die oberste Stimme wählt das Griffbild

Vier Umkehrungen sind nicht vier Geschmacksrichtungen derselben Wahl; jede legt einen anderen Akkordton nach oben, und der obersten Stimme folgt das Ohr. Die Grundstellung hat die Terz – E – oben. Die 1. Umkehrung hat die Quinte oben, G; die 2. Umkehrung die Septime, H; die 3. Umkehrung den Grundton selbst. Begleitest du unter einer Melodie, nimm das Griffbild, dessen oberste Stimme der Ton ist, den du hören lassen willst. Beim Wechsel zwischen Akkorden nimm das, das deiner Hand am nächsten liegt – dass jede Stimme ihren kürzesten Weg nimmt, ist das ganze Handwerk der Stimmführung, und deshalb bewegen sich die Akkordfolgen der Übungsseiten zwischen den Griffen kaum.

Warum auf drei Diagrammen 6 steht

Ein Diagramm in jeder Gruppe oben heißt C6 statt Cmaj7 – immer die 3. Umkehrung. Diese Umkehrung legt die Septime nach unten und den Grundton nach oben, und damit landet der Grundton eine kleine None über der Septime: das schärfste Intervall überhaupt, ausgerechnet auf dem Akkord, dessen ganze Aufgabe die Ruhe ist. Also tauscht das Griffbild die Septime gegen die Sexte: Aus H wird A, und aus dem maj7 wird ein 6-Akkord, mit derselben Funktion und ohne die Schärfe. Der Rechner der App wendet dieselbe Regel an, und der Drop-2-Artikel erzählt die Geschichte an seinem C6-Diagramm. Auch der Akkord, auf dem der Tausch landet, hat zwei Seiten: C6 teilt seine vier Töne mit Am7, dem m7 der Mollparallele – ein Spiegel, den die m7-Seite von der anderen Seite aus liest.

Zwölf Griffe, weniger Klänge

Zähl die Diagramme: zwölf Griffe. Jetzt zähl die Klänge: von diesem Grundton aus sieben. Die Gitarre wiederholt sich: Dieselben vier Tonhöhen tauchen auf mehr als einer Saitengruppe auf, in verschiedenen Höhen am Griffbrett, und die Diagramme oben enthalten jede Wiederholung. Die Doppelungen beim gewählten Grundton, jeweils vom tiefsten Ton aus gelesen:

Keine Akkordtabelle erwähnt das, und es ist die praktischste Tatsache auf dieser Seite: Du lernst nicht zwölf Akkorde auswendig. Du lernst sieben Klänge, viele davon von mehr als einer Stelle aus erreichbar – wenn also ein Leadsheet diesen Akkord verlangt, ist der nützliche Griff der, der deiner Hand am nächsten liegt. Gleicher Klang, kein Sprung.

Wo der maj7 seine Arbeit tut

Griffbilder sind nur die Hälfte eines Akkords; die andere Hälfte ist, was er in einer Akkordfolge tut. Der maj7 ist der I-Akkord – das Ziel – in fünf der sieben Akkordfolgen auf den Übungsseiten. Die zwei, die ihn auslassen, sind die beiden, deren Tonika kein Major-7-Akkord ist: Ein Blues setzt dort eine Dominante hin, eine Molltonart einen Mollseptakkord. Anderswo übernimmt er auch andere Aufgaben – die IV der Rhythm Changes und zwei der drei Tonika-Akkorde, die der Coltrane-Zyklus durchläuft, denn jeder davon ist ein Ziel für sich. Vom oben gewählten Grundton aus ist Cmaj7:

Jeder Link öffnet die jeweilige Übungsseite gleich in der betreffenden Tonart, die Band bereit für den Loop. Ist der maj7-Klang neu für dich, fang mit der ii–V–I an und hör auf die Landung – der V7, der sich auf die I auflöst, ist der Klang, für den es diesen Akkord gibt.

Wo Drop2 ins Spiel kommt

Diese zwölf Griffbilder sind der maj7-Ausschnitt dessen, was die Drop2-App lehrt. Lernen legt sie so aus wie diese Seite, jede Akkordart, Umkehrung und Saitengruppe in denselben Farben je Akkordton; Üben macht daraus eine Übung: Die App nennt ein Voicing, du findest es, und sie prüft nach Gehör, über das Mikrofon, ob die Saiten gesagt haben, was du gemeint hast. Play-Along, Teil von Premium, lässt dann die Band der Übungsseiten hinter dir spielen, während du selbst die Changes begleitest. Und das Gehörtraining stellt die Frage, die diese Seite immer wieder beantwortet – welche Stimme oben liegt – als Hörübung: Seine Variante Oberste Stimme spielt ein Voicing, und du benennst die Stimme, die oben singt, ganz ohne Gitarre.

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